Ahrenshoop im goldenen Licht Schöne Herbstbilder auf Fischland-Darß-Zingst: 9 Fotospots zwischen Steilküste und Urwald
Wenn Kraniche trompetend über den Deich ziehen und die Sonne schon am Nachmittag tief über der Ostsee steht, lohnt es sich, die Kamera einzupacken. Ich zeige Ihnen meine liebsten Herbstfotomotive, erkläre zu welcher Uhrzeit sich das Warten lohnt und wie am Weststrand aus einem umgestürzten Baum eine Filmszene wird.
Das Wichtigste in Kürze
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Wo kann man auf Fischland-Darß-Zingst schöne Herbstbilder machen?
Die ergiebigsten Spots sind der Darßer Weststrand, die Grimmelei in Ahrenshoop, das Hohe Ufer, der Hafen Althagen, der Darßwald am Leuchtturm Darßer Ort und der Boddendeich in Zingst, an dem im Herbst Zehntausende Kraniche einfliegen. -
Welche Motive in Ahrenshoop lohnen sich im Herbst?
In Ahrenshoop lohnen sich die Fischerboote mit ihren roten Netzfähnchen am Strand, die Grimmelei im strohgelben Dünengras, die Schifferkirche und die Zeesboote mit rotbraunen Segeln im Hafen Althagen. -
Wie mache ich schöne Fotos am Strand?
Wählen Sie einen klaren Vordergrund wie ein Boot oder eine Buhne, halten Sie den Horizont gerade und fotografieren Sie kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang, wenn das Licht warm und flach einfällt. -
Welche Fototipps gibt es für den Herbst?
Planen Sie nach dem Licht, denn die goldene Stunde beginnt im Herbst schon am späten Nachmittag. Packen Sie Ersatzakkus ein und für Kraniche und Hirsche ein Teleobjektiv ab etwa 500 Millimetern, das Sie im Max Hünten Haus in Zingst leihen können.
Darum geht´s
- Ahrenshoop im Zeichen des Herbstlichtes
- Warum Fischland-Darß-Zingst im Herbst so fotogen ist
- Hohes Ufer und Bakelberg zeigen das Fischland von oben
- Vom Darßwald bis zum Leuchtturm Darßer Ort
- Kraniche und Hirsche vor der Linse
- Zingst für grafische Küstenbilder und Fotowissen
- Nach der Fototour im Künstlerquartier Seezeichen ankommen
Ahrenshoop im Zeichen des Herbstlichtes
Ich gebe es zu, im Sommer bleibt meine Kamera auf der Halbinsel oft im Rucksack. Das ändert sich jedes Jahr, sobald der September die letzten Badegäste nach Hause schickt, denn dann beginnt für mich die Zeit für schöne Herbstbilder. Die Sonne versinkt ein bisschen früher im Meer, und über Fischland-Darß-Zingst legt sich ein Licht, das Reetdächer honigfarben anmalt und selbst einem verwitterten Fischerboot einen Auftritt verschafft, als hätte es jemand für ein Ölgemälde bestellt.
Solche Motive entstehen hier beinahe von allein, sobald Sie wissen, wann Sie wo stehen sollten. Genau das verrate ich Ihnen in diesem Beitrag. Die meisten Spots erreichen Sie von Ahrenshoop aus bequem mit dem Rad, manche sogar zu Fuß noch vor dem Frühstück, und für den Abstecher nach Zingst lohnt sich das Auto.
Warum Fischland-Darß-Zingst im Herbst so fotogen ist
Dass Ahrenshoop Menschen mit einem Blick für Bilder anzieht, hat Tradition. In den 1890er-Jahren entstand hier eine Künstlerkolonie, und die Malerin Elisabeth von Eicken kaufte 1894 ein Grundstück, um sich ein Sommeratelier zu bauen. Sie malte die Küste und den Darßwald und fing dabei immer wieder das Spiel von Licht und Schatten ein. Heute reisen viele mit Kamera oder Smartphone an, und der Grund für die Reise ist derselbe geblieben. Im Herbst kommen noch ein paar gute Argumente dazu.
5 Gründe für Herbstfotografie auf Fischland-Darß-Zingst
- Tiefes, warmes Licht: Die Sonne steht flacher und färbt Sand, Schilf und Dünengras über viele Stunden des Tages in warmen Tönen.
- Kranichzug: Von September bis in den November hinein rasten Zehntausende Kraniche an den Bodden, bevor sie weiter nach Süden ziehen.
- Hirschbrunft: Ab Mitte September röhren die Rothirsche im Nationalpark, am Darßer Ort sogar in den Dünen und am Strand.
- Freie Sicht: In der Nebensaison gehören Ihnen Weststrand und Grenzweg oft fast allein, und Sie suchen Ihren Bildausschnitt in aller Ruhe.
- Nebel und Spiegelungen: An kühlen Morgen steigt über Bodden und Wiesen häufig Dunst auf, der die Landschaft weichzeichnet.
Das tiefe Herbstlicht sehen Sie nirgends so deutlich wie am Weststrand, und deshalb beginnt meine Fotorunde genau dort.
Am Darßer Weststrand geht die Sonne im Meer unter
Rund 14 Kilometer lang zieht sich der Weststrand von Ahrenshoop bis zum Darßer Ort, und auf der ganzen Strecke darf die Natur liegen lassen, was der Sturm bringt. Entwurzelte Bäume bleiben dort, wo die Wellen sie abgelegt haben, und dienen als natürlicher Küstenschutz. Dahinter stehen die Windflüchter, Kiefern, deren Kronen der stetige Westwind landeinwärts gebogen hat. Für mich ist das der Strand mit den meisten Charakterköpfen an der ganzen Ostseeküste. Weil der Strand nach Westen schaut, versinkt die Sonne abends direkt in der Ostsee.
Wenn Sie einen knorrigen Stamm in den Vordergrund holen und das Meer dahinter orange glüht, bekommt schon das einfachste Foto die Stimmung eines Filmstils. Den Weststrand erreichen Sie zu Fuß oder mit dem Rad durch den Wald. Ich starte gern am Parkplatz Drei Eichen an der Straße zwischen Ahrenshoop und Born. Von dort sind es knapp anderthalb Kilometer durch den Darßwald bis zum Wasser. Wer die Halbinsel ohnehin gern auf zwei Rädern erkundet, findet in unserem Beitrag zur Ostseefahrradtour auf Fischland-Darß-Zingst die passende Route.
Tipp für den Weststrand
Suchen Sie sich einen markanten Baum und bleiben Sie dort. Probieren Sie verschiedene Höhen aus, gehen Sie in die Hocke oder legen Sie die Kamera flach auf den Sand, und beobachten Sie, wie Licht und Wellen sich von Minute zu Minute verändern. Packen Sie außerdem eine Stirnlampe ein, denn der Rückweg nach Sonnenuntergang führt durch den unbeleuchteten Nationalparkwald.
Ahrenshoop hält Motive für jede Wetterlage bereit
Vom wilden Weststrand sind es nur wenige Kilometer zurück nach Ahrenshoop, und dort wird es kleinteiliger. Im Künstlerort finden Sie Motive für Sonne, Wind und Wolken, sodass sich ein Spaziergang mit Kamera an jedem Tag lohnt.
Fischerboote und rote Fähnchen am Strand
Am Strand im Ort liegen meist die Boote der letzten Küstenfischer im Sand. Daneben stehen Stangen mit roten Fähnchen, mit denen die Fischer ihre Stellnetze markieren, und die Buhnen ziehen eine Linie aus Holzpfählen hinaus aufs Wasser. Mein Rat lautet deshalb, alle drei Elemente in einem Bild zusammenzubringen. Das Boot füllt den Vordergrund, die Fähnchen bringen Farbe hinein, und die Buhne führt den Blick zum Horizont. So wird aus einem Schnappschuss ein Motiv, das Sie sich später gern an die Wand hängen. Ein kurzer Spaziergang durch den Ort bringt Sie danach zu einem Motiv, das schon Generationen von Malern gereizt hat.
Die Grimmelei vom Grenzweg aus
Am Grenzweg, dessen Name an die frühere Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern erinnert, steht eine kleine Aussichtsplattform. Von dort blicken Sie auf die Grimmelei, ein reetgedecktes Haus, das sich in die Dünen duckt, während dahinter die Ostsee liegt. Dieser Ausblick zog schon vor mehr als 125 Jahren Landschaftsmaler an, und im Herbst, wenn das Dünengras strohgelb wird, verstehe ich jeden einzelnen von ihnen. Die Grimmelei gehört übrigens zu den Sehenswürdigkeiten in Ahrenshoop, die ich Ihnen ohnehin ans Herz lege.
Zwei Tipps für Ihr Grimmelei-Foto:
- Das Meer als Nebendarsteller: Wenn das Haus den größten Teil des Bildes einnimmt, wirkt es geborgen zwischen den Dünen.
- Später Nachmittag: Seitliches Licht zeichnet die Struktur von Reet und Gras nach, und die helle Fassade behält ihre Zeichnung.
Die Grimmelei wird als Ferienhaus genutzt, und die Dünen davor schützen die Küste. Deshalb bleibt die Plattform Ihr Standort, und von dort gelingt ohnehin die schönste Perspektive. Und falls der Himmel am nächsten Tag grau bleibt, hält Ahrenshoop auch dafür die passenden Motive bereit.
Schifferkirche und Darßer Türen für graue Tage
Graue Tage schenken Ihnen das weichste Licht für Details. Die Schifferkirche entstand 1951 nach Plänen des Architekten Hardt-Walther Hämer, und ihr Dach erinnert an ein Boot, das kieloben liegt. Bei bedecktem Himmel verteilt sich das Licht gleichmäßig, sodass Holz, Reet und Schnitzereien ihre Farben zeigen. Dasselbe gilt für die geschnitzten und bunt bemalten Darßer Türen, die Ihnen in den Dörfern auf dem Darß begegnen. Gehen Sie nah heran und fotografieren Sie einzelne Ornamente, das wirkt oft stärker als die ganze Tür.
Hohes Ufer und Bakelberg zeigen das Fischland von oben
Wer nach so viel Detailarbeit wieder Weite sucht, fährt ein Stück nach Süden. Das Fischland ist hier stellenweise nur wenige Hundert Meter breit, und von erhöhten Punkten sehen Sie Ostsee und Bodden auf einen Blick.
Das Hohe Ufer zwischen Ahrenshoop und Wustrow
Südlich von Ahrenshoop steigt die Küste an. Das Hohe Ufer reicht vom Ortsrand fast bis zur Seebrücke von Wustrow, und ein Weg führt oben an der Abbruchkante entlang. Hier sehen Sie, wie die Ostsee an ihrer Küste arbeitet, denn Stürme und Hochwasser tragen immer wieder Teile des Ufers ab. Am Strand darunter liegen Betonreste einer ehemaligen Beobachtungsstation der DDR-Küstenüberwachung, die mit dem Abbruch nach und nach ins Wasser geraten sind, 2024 rutschte zuletzt ein ganzer Bunker hinunter.
Wenn die Herbstbrandung gegen den Beton schlägt, entstehen Bilder mit Wucht. Im Spätherbst trägt der Sanddorn am Ufer orangefarbene Beeren, die vor dem grauen Wasser leuchten, als hätte sie jemand dort platziert. Vom Parkplatz in Niehagen erreichen Sie die Steilküste nach etwa 900 Metern. Bleiben Sie oben auf dem Weg und halten Sie Abstand zur Kante, denn das Ufer ist ständig in Bewegung.
Der Bakelberg, Gipfel des Fischlands
Nur ein paar Minuten entfernt wartet der höchste Punkt des Fischlands. Der Bakelberg misst stolze 17,9 Meter, die Besteigung schaffen Sie also locker in Halbschuhen, und trotzdem überblicken Sie von oben Ostsee und Saaler Bodden zugleich. Im Herbst rasten auf den Feldern ringsum oft Tausende Bläss-, Weißwangen- und Graugänse, deren Rufe dann über der ganzen Landschaft liegen. In der Dämmerung entstehen hier stille Panoramen mit Wasser auf beiden Seiten. Schauen Sie dabei ruhig schon einmal hinüber zum Bodden, denn dort wartet mein Lieblingsplatz für den frühen Morgen.
Im Hafen Althagen gehört der Morgen dem Bodden
Der Hafen Althagen liegt auf der Ostseite des Fischlands direkt am Saaler Bodden, und weil die Sonne dort über dem Wasser aufgeht, ist er mein Platz für frühe Bilder. An windstillen Morgen spiegeln sich Masten und Rümpfe im Bodden, und wenn Nebel über dem Wasser hängt, verschwimmt die Grenze zwischen Himmel und See. Die Hauptrolle spielen die Zeesboote, flache Fischerboote aus Eichenholz, die für die seichten Boddengewässer gebaut wurden. Ihre rotbraune Farbe verdanken die Segel einer alten Imprägnierung aus Ocker, Holzteer, Lebertran, Gerblauge aus Eichenrinde und Rindertalg, mit der die Fischer den Stoff haltbarer machten.
Von Mai bis Oktober können Sie selbst mitsegeln und die Boddenlandschaft einmal vom Wasser aus fotografieren. Mit der Althäger Fischerregatta lebt außerdem eine Herbsttradition weiter, die Fischer vor fast hundert Jahren aus reinem Spaß ins Leben riefen.
Vom Darßwald bis zum Leuchtturm Darßer Ort
Nach Wasser und Weite lohnt sich ein Wechsel in den Wald. Gleich nördlich von Ahrenshoop beginnt der Darßwald, und wer seinen Wegen bis zur Nordwestspitze der Halbinsel folgt, landet am Leuchtturm Darßer Ort.
Nebel, Buchen und Pilze im Darßwald
Wer es leiser mag, geht in den Darßwald. Der Wald wächst auf alten, verlandeten Strandwällen, und diese Vergangenheit sehen Sie bis heute am gewellten Boden. Die Einheimischen nennen die sandigen Rücken Reffs und die feuchten Senken dazwischen Riegen. Morgens bricht das Licht durch Nebel und die lichter werdenden Buchenkronen, und in den Senken spiegeln sich die Stämme im stillen Wasser. Im Oktober wachsen am feuchten Waldboden zahlreiche Pilze, für die sich ein Makroobjektiv oder der Nahmodus Ihres Smartphones lohnt.
Im Wald suche ich gern nach Wiederholungen, etwa einer Reihe gleichmäßiger Stämme oder einem Muster aus Laub, denn gerade solche Strukturen tragen ein Bild. Wer den Wald lieber mit allen Sinnen aufnimmt, findet hier auch den perfekten Ort zum Waldbaden an der Ostsee. Mit jedem Kilometer Richtung Norden wird der Wald wilder, bis zwischen den Kiefern ein roter Turm auftaucht.
Der Leuchtturm Darßer Ort zwischen Kiefern und Himmel
An der Nordwestspitze der Halbinsel steht seit 1848 der Leuchtturm Darßer Ort, rund 35 Meter hoch und aus rotem Backstein gemauert. Er gehört zu den ältesten Leuchttürmen an der deutschen Ostseeküste. Für mein Lieblingsbild trete ich ein paar Schritte zurück, hole krumme Kiefern in den Vordergrund und lasse über dem Turm viel Himmel. Wer die 134 Stufen hinaufsteigt, blickt bei klarer Sicht über Weststrand und Darßwald bis zum Dornbusch auf Hiddensee.
Am Fuß des Turms liegt das NATUREUM, eine Außenstelle des Deutschen Meeresmuseums mit Ausstellungen und einem kleinen Café. Autos bleiben draußen, denn Sie erreichen den Darßer Ort von Prerow aus zu Fuß, mit dem Rad oder mit der Pferdekutsche auf rund fünf Kilometern Waldweg. Die Öffnungszeiten von Museum und Turm wechseln mit der Saison, deshalb lohnt vor dem Ausflug ein Blick auf die Website des Deutschen Meeresmuseums.
Halten Sie auf dem Weg zum Turm außerdem die Augen offen, denn rund um den Darßer Ort liegt im September das Revier der Hirsche.
Kraniche und Hirsche vor der Linse
Damit sind wir bei den tierischen Hauptdarstellern des Herbstes. Hirschbrunft und Kranichzug gehören für mich zu dieser Jahreszeit wie das tiefe Licht, und beide belohnen Geduld und Rücksicht.
Hirschbrunft am Darßer Ort
Ab Mitte September beginnt im Nationalpark die Brunft der Rothirsche und reicht bis in den Oktober hinein. Die Platzhirsche röhren dann weithin hörbar, und am Darßer Ort ziehen die Tiere sogar über Dünen und Strand. Vom Rundwanderweg und den Aussichtsplattformen am Darßer Ort können Sie auf eigene Faust beobachten. Für ein Porträt aus sicherer Entfernung brauchen Sie ein langes Teleobjektiv, im Idealfall um die 600 Millimeter. Entspannter wird es bei den geführten Hirschkonzerten an der Buchhorster Maase, einer großen Wiese mitten im Darßwald. Dort sitzen Sie auf einer überdachten Plattform, die nur während der Führungen zugänglich ist. Alles Weitere zur Brunftzeit auf dem Darß lesen Sie in unserem ausführlichen Beitrag.
Kraniche am Bodden
Während die Hirsche im Wald röhren, füllt sich über dem Bodden der Himmel. Wenn Sie zum ersten Mal Hunderte Kraniche trompetend im Abendlicht einfliegen sehen, bekommen Sie Gänsehaut, versprochen. Die Region zwischen Barther Bodden und der Rügen-Bock-Region gehört zu den größten Kranichrastplätzen Mitteleuropas, und im Oktober sammeln sich hier Zehntausende der Glücksvögel. Tagsüber suchen sie auf den Feldern nach Futter, abends fliegen sie zu ihren Schlafplätzen im flachen Wasser.
Meine liebsten Beobachtungspunkte:
- Zingster Hafen und Boddendeich: frei zugänglich und mit Blick auf die Insel Kirr, auf der die Kraniche übernachten. Seien Sie etwa anderthalb Stunden vor Sonnenuntergang vor Ort.
- Pramort: der größte Kranichschlafplatz der Halbinsel an der Ostspitze des Zingst. Von September bis Anfang November ist der Zugang am Nachmittag und Abend nur mit der limitierten Nationalpark-Card möglich, die Sie vorab über die Website von Zingst buchen. Vom Parkplatz Sundische Wiese radeln Sie rund acht Kilometer bis zu den Beobachtungshütten.
- Vom Schiff aus: Mehrere Reedereien fahren im Herbst zu den Rastplätzen, und vom Wasser aus bekommen Sie ganz neue Perspektiven.
Mehr Hintergrund finden Sie im Beitrag Kraniche auf Fischland-Darß-Zingst beobachten.
Beobachten, ohne zu stören
Fotografieren Sie im Nationalpark nur von Wegen, Deichen und Aussichtsplattformen aus. Parken Sie auf ausgewiesenen Parkplätzen und gehen Sie die letzten Meter zu Fuß. Bleiben Sie leise und lassen Sie den Blitz ausgeschaltet. Beachten Sie Sperrungen, etwa rund um die Buchhorster Maase während der Brunft. Am Pramort gilt während der Kranichrast ab Sonnenuntergang bis 8 Uhr morgens ein Betretungsverbot für alle.
Zingst für grafische Küstenbilder und Fotowissen
Wenn Sie für die Kraniche ohnehin nach Zingst fahren, planen Sie am besten ein paar Stunden mehr ein. Im Ort dreht sich vieles um Fotografie, und das merken Sie schon am Strand. Die Seebrücke mit ihrer Tauchgondel und die langen Reihen hölzerner Buhnen eignen sich wunderbar für minimalistische Langzeitbelichtungen, bei denen das Wasser zu Nebel wird und nur klare Linien stehen bleiben.
Zentrale Anlaufstelle ist das Max Hünten Haus. Die Fotoschule bietet dort im Herbst Workshops rund um Kraniche und Hirsche an, der Fotoservice verleiht und verkauft Kameras, Objektive und Ferngläser, und im Printstudio drucken Sie Ihr Lieblingsbild aus dem Urlaub direkt vor Ort. Ein schöneres Souvenir kann ich mir kaum vorstellen.
So gelingen schöne Herbstfotos am Strand
Damit auf Ihrer Speicherkarte genug Kandidaten für den Druck landen, habe ich meine wichtigsten Handgriffe für schöne Herbstfotos gesammelt. Sie funktionieren mit der Systemkamera genauso wie mit dem Smartphone.
- Nach dem Licht planen: Die Stunde nach Sonnenaufgang und die Stunde vor Sonnenuntergang schenken Ihnen warmes, seitliches Licht. Eine App mit Sonnenstand zeigt Ihnen, wo die Sonne an Ihrem Spot auf- und untergeht.
- Vordergrund suchen: Ein Ast, ein Boot oder eine Buhne geben Ihrem Bild Tiefe und dem Auge einen Einstieg. Horizont ausrichten: Blenden Sie das Gitter im Sucher oder auf dem Display ein und setzen Sie den Horizont ins obere oder untere Drittel.
- Wellen weichzeichnen: Mit Stativ und Graufilter, auch ND-Filter genannt, verlängern Sie die Belichtungszeit. Rund eine halbe Sekunde zeigt die Bewegung des Wassers, und die Wellen behalten dabei ihre Form.
- Brennweite für Tiere: Für Kraniche und Hirsche empfiehlt sich ein Teleobjektiv ab etwa 500 Millimetern. Wer so ein Objektiv nur für den Urlaub braucht, leiht es im Max Hünten Haus.
- Energie einpacken: Kälte leert Akkus schneller, deshalb gehören Ersatzakku und freie Speicherkarte in die Innentasche, nah an den Körper.
- Smartphone clever nutzen: Tippen Sie auf die hellste Stelle im Bild und ziehen Sie die Belichtung etwas herunter, dann behalten Himmel und Sonnenuntergang ihre Farben.
- Warm anziehen: Der Wind vom Meer kühlt schneller aus als gedacht, und wer warm eingepackt ist, wartet gelassener auf den einen Moment.
Nach der Fototour im Künstlerquartier Seezeichen ankommen
Nach einem Tag mit Wind in den Haaren und Sand in den Schuhen wartet in Ahrenshoop ein Ort, an dem Sie Ihre Ausbeute in Ruhe durchsehen können. Das Künstlerquartier Seezeichen liegt direkt hinter den Dünen, und aus vielen Zimmern schauen Sie auf Reetdächer oder auf die Ostsee. Zum Haus gehört auch das Künstlerhaus Elisabeth von Eicken, das frühere Atelier der Malerin, in dem heute Originalwerke von ihr hängen. Sie schlafen also dort, wo schon vor mehr als hundert Jahren das Küstenlicht auf die Leinwand kam.
Wenn die Finger nach dem Sonnenuntergang am Weststrand kalt geworden sind, wärmt Sie der Wellnessbereich mit Sauna und Dampfbad wieder auf. Am nächsten Morgen starten Sie im #fraukorn mit dem Frühstücksbuffet in den Tag, und nachmittags gibt es dort Waffeln und hausgebackenen Kuchen, die ideale Stärkung zwischen zwei Fototouren. Abends lädt das Restaurant #herrhoshi zu Gerichten ein, die Ostseeküche mit panasiatischen Aromen verbinden.